#solidaritywithoutborders

UPDATE 21.05 – Support für die Ukraine

Mittlerweile ist bereits der dritte Monat in dem erbarmungslosen Krieg gegen die Ukraine angebrochen – ohne Ende in Sicht. Die freiwilligen HelferInnen von Blindspots arbeiten hart, um ein konstantes Level an Unterstützung zu gewährleisten, trotz dem wiederkehrenden Problem an der ukrainischen Grenze, Hilfsmittel ins Land zu bekommen. Ob für den Grenzübergang 2 oder 10 Stunden eingeplant werden müssen, lässt sich vorher nicht genau abschätzen. Meist ist die Wartezeit davon abhängig, was über die Grenze transportiert werden soll. Um unsere Transporte erfolgreich umsetzen zu können, ist es nötig, mit den sich fortwährend ändernden Grenzbestimmungen Schritt zuhalten sowie ein Team zu haben, das flexibel und geduldig ist und hin und wieder auch mit Humor an die Sache herangeht. 

Trotz unserer Hürden an den Grenzen des Landes, genießen wir immer noch den Luxus, die Fahrzeugschlange überspringen zu dürfen. Unsere Wartezeit ist nicht zu vergleichen mit den bis zu sieben Tagen, die in das Land zurückkehrende Ukrainerinnen durchschnittlich dafür aufbringen müssen. 

Die Unterstützung für Betroffene war bislang gigantisch. Einerseits greifen sich UkrainerInnen gegenseitig unter die Arme und haben in den letzten Wochen ihren Widerstand unter anderem durch Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung bewiesen.Aber auch internationale Hilfe blieb nicht aus. Seit Beginn des Krieges sind eine Vielzahl von Geld- und Sachspenden zusammen gekommen und freiwillige Helferinnen haben voller Tatendrang ihre Zeit und Fähigkeiten bereitgestellt, um Betroffene zu unterstützen. Der Erfolg dieser kollektiven Mühen wird in scheinbar kleinen Ereignissen sichtbar; ein Kind, das glücklich in einen Apfel beißt oder wenn alt und jung gemeinsam Vans mit Hilfsgütern entladen und ihr Engagement zeigen, sich gegenseitig zu unterstützen. 

In Interviews habe ich Ukrainerinnen zu ihren Erfahrungen der letzten Wochen befragt. Sie haben von den Traumata erzählt, die ihnen widerfahren sind, beispielsweise davon, ihre Häuser verlassen zu müssen, lediglich mit den wichtigsten Dokumenten und ein paar Kleidern im Gepäck. Kinder haben von ihren Hoffnungen erzählt, eines Tages zurück zur Schule gehen und ihre Freundinnen wiedersehen zu können. Sie berichteten von ihren Wünschen, irgendwann wieder blauen Himmel ohne schwarze Rauchschwaden sehen zu können, ohne das Schrillen von Sirenen umgeben zu sein, das sie vor sich nähernden Geschossen warnt, und keine Explosionen mehr hören zu müssen. Meistens beschreiben die Ukrainerinnen bei ihren Berichten auch ihre Dankbarkeit über die Hilfe und Freundlichkeit, die sie von Fremden erhalten haben und wie diese Solidaritätsaktionen als Stütze dienen und sie ermutigen, Tag für Tag weiterzumachen. 

Diese Woche hat Blindspots erfolgreich mehrere Lieferungen an verschiedene Orte in der Ukraine gemacht. Die Woche begann damit, dass zwei Helferinnen einen Van in Odessa ablieferten, von wo er fortan verwendet werden soll, um Güter in de Ukraine zu verteilen und eventuell um Personen aus dem Land zu Evakuieren. Derzeit herrscht im ganzen Land erhöhter Treibstoffmangel weshalb die Reise nach Odessa sorgfältig geplant und genug Kraftstoffreserven für die gesamte Reise mitgenommen werden mussten. Für den Rückweg in den Westen des Landes nahmen unsere freiwilligen Helferinnen den Zug. 

Eine weitere großzügige Spende über 6000 Euro hat uns von den Hamburger Hilfskonvois erreicht. Die Gelder wurden genutzt, um Essen und Hygieneartikel zu erwerben. Mit einem Help Bus vom Exit Bus Projekt wurden die Sachen nach Odessa gebracht, wo sie dringend benötigt werden. 

Am vergangenen Wochenende wurden zwei Lastwagen beladen – einer enthielt medizinische Ausrüstung für Krankenhäuser und Lebensmittel für ukrainische Binnenflüchtlinge, was beides zuvor in Österreich abgeholt wurde, und fuhr zunächst nach Lviv und im Anschluss nach Ternopil. Der zweite Lastwagen enthielt ebenfalls medizinische Ausrüstung, wie beispielsweise Röntgenmaschinen, Ultraschallgeräte, Rollstühle und Krankenbetten, die in ein Krankenhaus in Kiew gebracht wurden. Diese Tour war besonders planungs intensiv und  beinhaltete 12 Stunden Wartezeit an der Grenze, da die Lastwägen nicht nur gewogen, sondern außerdem noch geröntgt werden mussten!

Letzte Woch spendete die slowakische Firma LimoSpes weitere 17 Tonnen Wasserflaschen, welche zunächst von einer freiwilligen Person mit einem unserer Lastwagen abgeholt werden mussten. In der kommenden Woche sollen die Flaschen in Mykolaiv abgeliefert werden. 

Blindspots unterstützt nicht nur die ukrainischen Binnenvertriebenen, sondern auch einheimische UkrainerInnen, die abgelegen leben oder sich in Gebieten befinden, die aufgrund des Krieges nicht mit Hilfsgütern versorgt werden können. Letzte Woche wurden zwei Lieferungen an zwei unterschiedliche Romnija-Gemeinschaften in Uzhorod getätigt. Sie beinhalteten Klamotten, Lebensmittel und Hygieneartikel, welche uns teilweise von der Sabinov Kirche bereitgestellt wurden. 

Eine weitere Fahrt wurde zu zwei Dörfern unternommen, welche schwer zu erreichen sind und aufgrund dessen in letzter Zeit nicht wie üblich versorgt werden konnten. Der erste Halt war bei der Gemeinde im Dorf Stanova. Sie erhielten Decken, Lebensmittel und Hygieneartikel. Die zweite Station war ein Internat in Mukacheve, das normalerweise als Unterkunft für ausländische Studenten genutzt wird, aber in ein Unterstützungszentrum für vertriebene Mütter und Kinder umgewandelt wurde. Blindspots lieferte dort Lebensmittel, Babynahrung, Kleidung, Hygieneartikel und Windeln ab.

Diese Woche wurden zwei Lieferwagen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln beladen und nach Buchach geliefert, einer Stadt im Westen des Landes, wo derzeit bis zu 3000 Binnenvertriebene aus der Ukraine leben. Hier wird von einem Lager aus, wo einige unserer freiwilligen HelferInnen stationiert sind, die Verteilung der Hilfsgüter an verschiedene Zentren für ukrainische Binnenvertriebene organisiert.

Zu guter Letzt fuhr einer unserer Busse nach Welykyj Beresnyji mit Hilfsgütern für das Lviv Krankenhaus.

Eine weitere arbeitsreiche Woche für Blindspots

#solidaritywithoutborders / #supportforukraine


The update and all pictures are from the dear @rosiegoesproject

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