#solidaritywithoutborders

Wärme schenken!

Aktuell ist in Deutschland Holz in der Beschaffung eher mit seltenen Erden zu vergleichen als mit einem Standardrohstoff der selbstverständlich zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung steht. Diese Holzkrise bildet eine Auswirkung der Corona-Pandemie ab, denn durch den Lock-Down stieg die Nachfrage nach diesem Rohstoff enorm an. Gerade Länder wie China oder die USA kaufen schlicht und einfach die Märkte „leer“, so dass es hierzulande für viele Unternehmen kaum noch möglich ist, geplante Auftragsarbeiten mit Holz durchzuführen.

Doch wir sprechen hier immer noch von Deutschland, einem der wirtschaftsstärksten Länder der Welt. In Bosnien und Herzegowina, nur 12 Stunden Autofahrt von Berlin entfernt, ist die Lage noch viel dramatischer. Dort ist der Holzpreis genauso rasant gestiegen wie im Rest von Europa, doch wird Holz dort überwiegend auch zum Heizen verwendet. Gerade in ärmeren Gesellschaftsschichten und bei People on the Move (POM), die ihre Notunterkünfte nur mit Holz heizen können, ist der hohe Holzpreis katastrophal und Unbehagen und Angst bezüglich der kommenden Wintermonate. Holz als lebensnotwendiges Gut ist für viele Menschen nur schwer zu beschaffen und selbst dann nicht mehr bezahlbar.

Geldmangel ist allerdings nicht das einzige Hindernis bei der Holzbeschaffung. Die ungeheuren Mengen von Landminen machen die Holzsuche in heimischen Wäldern zu einem lebensgefährlichen Unterfangen. Sie sind seit dem Jugoslawienkrieg in den Wäldern von Bosnien und Herzegowina noch immer verborgen. In tragischer Regelmäßigkeit werden Erwachsene und spielende Kinder durch Minen verletzt oder getötet. Seit Kriegsende sind über 600 Menschen durch die Überbleibsel der Kämpfe gestorben. Holzschlagen und -suchen auf eigene Faust ist dadurch hoch riskant.

Blindspots hat es sich zur Aufgabe gemacht, Holzdistribution für POM zu leisten und versucht, auch einheimischen Menschen mit wenig finanziellen Mitteln Holz zur Verfügung zu stellen. Wir sehen uns nun mit dieser Holzkrise konfrontiert und konkurrieren mit den großen Holzanbieter, die momentan auch bei unserem Holzlieferanten die verbleibenden Vorräte aufkaufen. Aufgrund der Konkurrenz mit Großkonzernen versuchen wir unseren Holzlieferanten schnellstmöglich zu bezahlen, bevor die Holzbestände aufgekauft werden.

Wenn wir keine Kaufmöglichkeit mehr haben, können wir die Menschen im tiefsten Winter bei Minusgraden nicht mit Holz versorgen. Die Vorstellung, gerade jetzt in der Weihnachtszeit in einem sogenannten Squat (alte Ruinen und Fabriken, in denen POM leben) kein Holz zur Verfügung zu haben, ist nicht nur extrem unangenehm, sondern auch gesundheitsschädigend und bei -15 Grad sogar lebensgefährlich. Es ist an uns, die Menschen vor dem Erfrieren zu bewahren und die Holzdistribution über die Wintermonate zu ermöglichen.

Dafür bitten wir Euch um finanzielle Unterstützung und den Menschen Wärme zu schenken.

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